Die Seebestattung als Beisetzungsart

Was müssen Sie bei einer Seebestattung beachten?

Unter einer Seebestattung versteht man die Bestattung der sterblichen Überreste eines zuvor eingeäscherten Verstorbenen auf See.
Die Seebestattung ist in nahezu jedem Meer möglich. Das Beisetzen der Urne ist nur außerhalb der Dreimeilenzone erlaubt. Das ist ein Seegebiet, in dem weder gefischt noch Wassersport betrieben werden darf. Es ist wichtig zu wissen, dass nur spezielle Seeurnen für diese Bestattungsart in Frage kommen. Sie müssen aus leicht auflösbarem Material, wie zum Beispiel Quarzalith oder Zellulose, bestehen. Laut Vorgabe muss sich die Urne innerhalb von drei Tagen vollständig aufgelöst haben. Die Urne muss zusätzlich zur Asche mit Sand oder Kies befühlt werden, damit sie schneller absinkt.

Die Angehörigen haben die Wahl, ob sie an der Bestattung der Urne auf hoher See teilnehmen möchten oder nicht. Bei der Teilnahme von Angehörigen spricht man von einer begleiteten Seebestattung. Die Anzahl an Trauergästen auf dem Schiff ist allerdings begrenzt. Nehmen keine Angehörigen teil, spricht man von einer stillen Seebestattung. In manchen Kommunen muss eine Seebestattung behördlich genehmigt werden. Dazu ist es oft notwendig, dass der Verstorbene in besonderer Weise mit der See verbunden war. Im Allgemeinen reicht jedoch eine Erklärung der Angehörigen gegenüber den zuständigen amtlichen Stellen aus. Es ist in jedem Fall ratsam, bereits zu Lebzeiten seinen Willen für eine Seebestattung in einer Bestattungsvorsorge festzuhalten.

Das Seebestattungsschiff fährt aus dem Hafen mit Halbmast. In der Regel hält der Kapitän vor der Beisetzung eine Rede. Die Angehörigen haben zudem die Möglichkeit einen Pfarrer, Redner oder Musiker mit an Bord zunehmen, die auf dem Schiff den Abschied des Verstorbenen gestalten. Selbstverständlich können Sie auch vorab eine individuelle Trauerfeier an Land durchführen. Die genaue Beisetzungsstelle und Position wird vom Kapitän in sein Schiffslogbuch eingetragen, aus welchem die Angehörigen einen Auszug erhalten.

Es finden regelmäßig Gedenkgottesdienste und Gedenkfahrten zu den Beisetzungsorten statt. Für viele Angehörige sind das wichtige Veranstaltungen, ein Bezugspunkt für ihre Trauerverarbeitung.